• 25 MAI 16
    Gicht ist eine typische Wohlstandserkrankung. Sie tritt auf, wenn sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt. Das ist meist dann der Fall, wenn die Ausscheidung der Harnsäure über den Urin gestört ist. Die Veranlagung zur Gicht wird vererbt, zum Ausbruch kommt die Erkrankung jedoch in der Regel erst, wenn die Betroffenen sich ungünstig ernähren oder Übergewicht haben. Wer etwas über richtige Ernährung weiß und eine entsprechende Diät einhält, kann das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten.

    Wie kommt es zur Gicht?

    • Eine wichtige Rolle beim Auftreten der Gicht spielt die Harnsäure. Sie entsteht beim Abbau sogenannter „Purine“ im Körper. Purine sind Bestandteile aller Zellen und finden sich zudem in fast allen Lebensmitteln, wenn auch in unterschiedlicher Menge.
    • Normalerweise wird die Harnsäure über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Fällt nun aber zu viel Harnsäure an, beispielsweise durch eine purinreiche Ernährung, ist die Niere nicht mehr in der Lage, ausreichend Harnsäure auszuscheiden. Als Folge steigt die Harnsäurekonzentration im Blut an.
    • Bei der Gicht lagert sich die Harnsäure in Form von Kristallen im Gewebe, in den Nieren und in den Gelenken ab. Diese Kristalle rufen Entzündungen hervor und verursachen die charakteristischen, äußerst schmerzhaften Gichtanfälle.
    • Unter der Haut bilden sich außerdem die sogenannten Gichtknoten. Typische Stellen sind Ohrmuschel, Ferse oder Ellenbogen. Doch so weit muss es nicht kommen!

    Welche Rolle spielt die Ernährung?

    • Wer weniger Purine mit der Nahrung zu sich nimmt, hat auch weniger Harnsäure im Blut. Daher gilt für alle Menschen mit einem erhöhten Harnsäurespiegel oder einer Gicht, auf den Puringehalt der Nahrung zu achten. Die richtige Ernährung wird so zur Grundlage der Therapie.
    • Daneben begünstigt auch Übergewicht das Auftreten der Gicht. Übergewichtige sollten mit ihrem Arzt darüber sprechen, wie sie nachhaltig abnehmen können. Wichtig ist es, das Gewicht langsam zu reduzieren und keine Hauruck-Diäten oder Fastenkuren durchzuführen. Beim Abnehmen werden nämlich purinhaltige Körperzellen abgebaut, was wiederum den Harnsäurespiegel erhöht. So kann extreme Nahrungseinschränkung das Gegenteil des Gewünschten bewirken und einen Gichtanfall erst auslösen.
    • Die Behandlung der Gicht ist immer eine langwierige Angelegenheit. Auch wer keine Beschwerden hat, weist dennoch häufig einen erhöhten Harnsäurespiegel im Blut auf. Dies kann dann – nicht selten nach einem abendlichen Festessen – schnell zu einem schmerzhaften Gichtanfall führen.

    Ernährungsempfehlungen

    • Die Ernährung bei Gicht sollte vollwertig, abwechslungsreich und bedarfsgerecht sein. Die Palette der Lebensmittel stark einzuschränken ist nicht notwendig. Einige Ernährungsempfehlungen sollte man jedoch beachten:
      • Als Eiweißlieferanten sollte man fettarme Milch und Milchprodukte (Joghurt, Käse, Quark) sowie Eier anstelle von Fleisch und Wurst vorziehen. Der Fleischverzehr sollte nicht mehr als 100 g pro Tag betragen. Das entspricht etwa einem kleinen Schnitzel. Günstig ist es auch, ganz fleischfreie Tage einzulegen.
      • Statt Fleischbrühe besser Gemüsebrühe verwenden.
      • Beim Geflügel die Haut entfernen, da sie viel Purin enthält.
      • Vollständig vermeiden sollte man auch Innereien (z. B. Leber, Niere), Krustentiere (z. B. Krabben), bestimmte Fische wie Ölsardinen, geräucherte Sprotten oder Heringe.
      • Gemüse und Obst darf man bis auf einige Ausnahmen reichlich verzehren. Meiden sollte man lediglich Hülsenfrüchte (z. B. Erbsen, Linsen) und Spinat.
      • Sofern der Arzt aufgrund anderer Erkrankungen keine andere Anweisung gegeben hat, sollten mindestens zwei Liter am Tag getrunken werden! Am besten eignen sich kalorienfreie Getränke wie Mineralwasser oder Tee. Hintergrund ist: Je mehr Urin die Nieren bilden, desto mehr Harnsäure können sie ausscheiden.
      • Vorsicht bei alkoholischen Getränken! Alkohol vermindert vorübergehend die Ausscheidung der Harnsäure mit dem Urin.

    Medikamentöse Therapie

    • Bleibt die Harnsäurekonzentration trotz Ernährungsumstellung erhöht, kann der Arzt zusätzlich Medikamente verordnen. Sie reduzieren entweder die Harnsäureproduktion im Körper oder erhöhen die Harnsäureausscheidung mit dem Urin.

     

    Der wichtigste Grundsatz bei Gicht ist, auf eine gesunde, vollwertige Ernährung zu achten. Bestimmte Lebens- und Genussmittel wie Fleisch, Innereien, Hülsenfrüchte und Alkohol sollte man reduzieren oder besser ganz meiden.